26. Oktober 2013

Karstadt-Beschäftigte im Land Bremen streiken

Foto-Quelle: http://de.wikipedia.org (CC-by-sa 3.0/de, Frank M. Rauch)

Käuferinnen und Käufer mussten sich beim heutigen Besuch in verschiedenen Karstadt-Filialen der Bundesrepublik auf weniger Service und längere Schlangen an den Kassen einstellen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di  will mit dem heutigen bundesweiten Warnstreik den Druck auf die Manager des Warenhauses erhöhen und der Forderung nach dem Abschluss eines Tarifvertrags über Standort- und Beschäftigungssicherung mehr Nachdruck verleihen.

„Die Eigentümer Nicolas Berggruen und René Benko müssen endlich deutlich machen, wohin die Reise gehen soll. Die Verunsicherung der Beschäftigten, noch angeheizt durch die Berichterstattung über eine angebliche Schließung des Stuttgarter Hauses, muss ein Ende haben – die Menschen brauchen endlich Klarheit darüber, dass Karstadt nicht nur als Markenname, sondern auch als zuverlässiger Arbeitgeber erhalten bleibt", fordert Arno Peukes, ver.di-Verhandlungsführer der Karstadt-Bundestarifkommission.

Ein besonderer Streik-Schwerpunkt liegt im Norden und Westen des Landes. In der Filiale der Weser-Hansestadt beteiligte sich „fast die komplette Frühschicht" an der Arbeitsniederlegung, informiert die ver.di-Sekretärin Sandra Schmidt. Bis 12.30 Uhr hielten sich die Kolleginnen und Kollegen nach einer Betriebsversammlung in der Lloydpassage auf, wo sie eine Kundgebung abhielten.

Die Verkäuferinnen und Verkäufer der Geschäftsstelle in der Seestadt streikten hingegen den ganzen Tag. "Die Leute sind richtig sauer", meint Gewerkschaftssekretär Heinz-Herbert Grabowski.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bremer Linksfraktion, Claudia Bernhard, erklärt sich solidarisch mit den Karstadt-Beschäftigten: „Seit Jahren müssen Karstadt-MitarbeiterInnen sich fragen, ob sie demnächst ihren Job verlieren. Das ist ein unhaltbarer Zustand.“ Für die Parlamentatrierin sei es inakzeptabel, oft langjährige Angestellte, die im Alltagsgeschäft den Laden schmeißen, ewig hinzuhalten. „Wenn einer Karstadt ‚saniert‘ hat, waren es die Beschäftigten. Es ist das Mindeste und mehr als überfällig, dass das Unternehmen zur Tarifbindung zurückkehrt und den Beschäftigten verlässliche Perspektiven zusichert.“

Michael Horn (Dr. Christoph Spehr, Doris Achelwilm)