15. August 2017

Leiharbeit bei der Bremer Lagerhausgesellschaft (BLG LOGISTICS)

Ein erheblicher Teil der Leiharbeit im Land Bremen entfällt auf den öffentlichen Sektor. 4.534 Leiharbeitskräfte haben die öffentliche Verwaltung und die städtischen Unternehmen im Jahr 2016 jahresdurchschnittlich beschäftigt). Damit ist jeder zehnte Arbeitsplatz bei der öffentlichen Hand im Land Bremen ein Leiharbeitsplatz. Mehr als ein Viertel der Leiharbeitskräfte in Bremen und Bremerhaven arbeitet für den Staat.

Neben den Schulen findet Leiharbeit vor allem bei der städtischen BLG Logistics statt. Monatliche Schwankungen in der Zahl der Leiharbeitskräfte gibt es kaum. Die meisten sind ganzjährig beschäftigt.

Leiharbeit ist nicht zu trennen von der unternehmerischen Absicht, Lohnkosten nicht durch technische Innovation zu senken, sondern durch niedrigere Löhne. Die Investitionen der BLG galten in den zurückliegenden Jahren in hohem Maße dem Aufbau weltweiter Standorte und der Expansion in den verschiedenen Geschäftsbereichen.

Dies wirft die Frage auf, ob und in welchen Bereichen die BLG ihre Expansion ökonomisch auf den massenhaften Einsatz von Leiharbeit stützt. Eine solche Strategie wäre für ein Unternehmen in öffentlicher Hand grundsätzlich in Zweifel zu ziehen.

Vor diesem Hintergrund reichte die Linksfraktion eine Anfrage ein. Die Landesreigierung sollte unter anderem mitteilen, wie hoch die Leiharbeitsquote bei der BLG lag. Die Antwort des Senats liegt nun vor. Demnach betrug im Jahr 2016 die Leiharbeitsquote* der BLG am Standort Bremen/Bremerhaven im Geschäftsbereich Auto bei 37 Prozent. Im Geschäftsbereich Contract (Logistik und Lager) lag die Leiharbeitsquote sogar bei 79 Prozent. 528 Mitarbeitende des GHB standen im vergangenen Jahr 925 externe Leiharbeitende gegenüber. Dies sind erschreckende Werte, die es bei einem öffentlichen Unternehmen nicht geben sollte.

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