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5. Februar 2019

Vorkurse im Schuljahr 2018/2019 an den Schulen im Land Bremen

Vorkurse für Zuwander*innen erfüllen an den öffentlichen Schulen die Funktion, Kindern und Jugendlichen die Sprache Deutsch beizubringen. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag, Migrant*innen, insbesondere Geflüchtete, zu befähigen, sich in Arbeit und Gemeinschaft einzubringen und ihnen eine Perspektive zu bieten.

Wie aus den Antworten auf die Anfragen der letzten drei Jahre der Fraktion DIE LINKE hervorgeht (siehe Drs. 19/137; 19/396S; 19/1227), ist der Bedarf seit 2015 an Vorkursen ungebrochen hoch, während gleichzeitig die Versorgung knapp bemessen ist und entspreche Lehrkräfte schwer zu finden sind. Die Bedarfe für Vorkursen sowie Lehrkräften für diese müssen daher beständig neu ermittelt werden und es muss kontinuierlich dafür Sorge getragen werden, Fachkräfte auszubilden und an die Schulen zu binden. Ein wichtiger Schritt dafür ist, eine adäquate Datengrundlage zu schaffen und diese fortzuschreiben.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:

Vorkurse an allgemeinbildenden Schulen

1.)   Wie viele Kinder und Jugendliche besuchen derzeit einen Vorkurs an einer allgemeinbildenden Schule im Land Bremen? (Bitte nach beiden Stadtgemeinden sowie nach Schulformen aufschlüsseln.)

2.)   Wie viele Vorkurse gibt es derzeit an den allgemeinbildenden Schulen in Bremen und Bremerhaven, und wie groß sind die Kurse durchschnittlich? (Bitte schulscharf angeben sowie nach Schulformen und Stadtgemeinden zusammenfassen.)

3.)   Wie viele Kinder und Jugendliche stehen derzeit auf einer Warteliste für einen Platz in einem Vorkurs an einer allgemeinbildenden Schule? (Bitte nach Wartelisten für Schulformen und Stadtgemeinden aufschlüsseln.)

4.)   Welche besonderen Angebote zur Alphabetisierung von zugewanderten Kindern und Jugendlichen gibt es an den allgemeinbildenden Schulen? Besteht nach Ansicht des Senats Bedarf, die Zahl explizit zur Alphabetisierung eingerichteten Vorkurse zu erhöhen? (Bitte gegebenenfalls nach Stadtgemeinden und Schulformen aufschlüsseln.)

5.)   An wie vielen Schulen gibt es derzeit abschlussorientierte (AO)-Klassen und wie viele Jugendliche besuchen diese? Bitte schulscharf für beide Stadtgemeinden angeben.

6.)   Wie hoch ist die Quote derjenigen Jugendlichen, welche die AO-Klassen mit einer „positiven Lernprognose“ abschließen? Wie viele dieser Jugendlichen mit „positiver Lernprognose“ schaffen es, in die reguläre 10. Klasse zu wechseln und dort einen regulären Schulabschluss zu erlangen? Wie viele Jugendliche verlassen die Schule nach dem Besuch der AO-Klasse ohne Schulabschluss?

7.)   Wie viele Sprachförderlehrkräfte sind in der Stadtgemeinde Bremen seit dem 01.08.2017 von freien Trägern wie der Stadtteilschule, dem ASB oder der AWO in den öffentlichen Dienst übernommen worden?

8.)   Sind die Übernahmen in den öffentlichen Dienst der Stadtgemeinde Bremen abgeschlossen oder stehen noch welche aus? Falls ja, bis wann soll dieser Prozess abgeschlossen sein?

9.)   Wie oft sind Vorkurse ausgefallen, weil eine Lehrkraft erkrankt oder aus anderen Gründen abwesend war? (Bitte absolut und prozentual für beide Stadtgemeinden und Schulformen getrennt auflisten.)

10.)Was geschieht bei Verhinderung einer Lehrkraft? Werden die Vorkurse vertreten oder fallen diese ersatzlos aus? Wie wird bei einem Ausfall die Betreuung der Kinder und Jugendlichen sowie die Erfüllung der Schulpflicht sichergestellt?

11.)Hält es der Senat für angeraten, einen zentralen Vertretungspool für DaZ/DaF-Lehrkräfte bei der Senatorin für Kinder und Bildung aufzubauen, um dem Ausfall von Vorkursen entgegen zu wirken?

12.)Wie und in welchem Stundenumfang findet die Sprachförderung im Anschluss an den Vorkurs statt? Welche Ressourcen werden für die weitergehende Förderung nach Abschluss der Vorkurse bereitgestellt? Gibt es hierbei Veränderungen im Vergleich zum vorherigen Schuljahr? (Bitte nach Stadtgemeinden sowie nach Schulformen aufschlüsseln).

Außerschulische Angebote in Wohnheimen/Willkommenskurse

13.)Wie viele Sprachkurse für Kinder und Jugendliche ohne Platz an einer regulären Schule gibt es derzeit in den beiden Stadtgemeinden? Z.B. Angebote in Wohnheimen, sogenannte Willkommenskurse in Bremerhaven oder ähnliches? Wie viele Kinder und Jugendliche nehmen derzeit an diesen Kursen teil?

14.)Wie viele Unterrichtsstunden werden pro Woche in diesen außerschulischen Angeboten erteilt?

15.)Wer führt aktuell das außerschulische Angebot in Wohnheimen, Willkommenskursen u. ä. durch? (Bitte für beide Stadtgemeinden aufschlüsseln, ob die Senatorin für Kinder und Bildung in Bremen bzw. das Schuldezernat in Bremerhaven oder freie Träger die Kurse durchführen.)

16.)Wie viele Lehrkräfte sind aktuell für außerschulische Angebote eingestellt und bei wem werden diese beschäftigt? Über welche Qualifikationen verfügen diese Lehrkräfte und wer überprüft diese? (Bitte nach Stadtgemeinden und Arbeitgebern aufgeschlüsselt angeben.)

Angebote an beruflichen Schulen

17.)Wie viele Jugendliche besuchen derzeit eine Sprachförderklasse an einer beruflichen Schule im Land Bremen? (Bitte nach Art der Klasse (Alphabetisierungskurs, Sprachförderung mit Berufsorientierung [„1. Jahr“] oder eine Berufsorientierungsklasse mit Sprachförderung [„2. Jahr“]) und nach Stadtgemeinden aufschlüsseln.)

18.)Wie viele der genannten Klassen gibt es derzeit an den beruflichen Schulen im Land Bremen? (Bitte schulscharf und nach Art der Kurse (Alphabetisierung, 1. bzw. 2. Jahr) für beide Stadtgemeinden aufschlüsseln.)

a)     Wie hoch ist die Differenz zwischen der Planzahl für Kurse an beruflichen Schulen und der Zahl wirklich im aktuellen Schuljahr der Schüler*innen eingerichteter Kurse? Falls es eine große Differenz gibt, wie ist diese zu erklären?

19.)Wie viele Jugendliche stehen derzeit auf einer Warteliste für einen Platz in einem Sprachförderkurs an einer beruflichen Schule? (Bitte nach Stadtgemeinden aufschlüsseln.)

a)     Gibt es für die sich auf einer Warteliste befindenden Jugendliche Angebote während der Übergangszeit?

b)     Wie werden diese Jugendlichen betreut, von wem sind die Lehrkräfte bereitgestellt und wie sind diese angestellt? (Bitte nach Stadtgemeinden aufschlüsseln.)

20.)Wie viele Jugendliche haben im Schuljahr 2017/2018 einen Berufsorientierungskurs mit Sprachförderung („2. Jahr“) an einer beruflichen Schule durchlaufen? Wie viele hiervon haben den Kurs erfolgreich mit einem Schulabschluss verlassen? Wie viele haben ein Abgangszeugnis ohne regulären Schulabschluss erhalten, und wie viele Jugendliche haben weder Abschluss noch Zeugnis erhalten? (Bitte für beide Stadtgemeinden in absoluten Zahlen und in prozentualen Anteilen angeben und die Art des erreichten Schulabschlusses aufführen.)

21.)Wie viele der Jugendlichen, die im Schuljahr 2017/18 das 2. Jahr abgeschlossen haben, legten eine Sprachstandfeststellung im Rahmen des Deutschen Sprachdiploms (DSD) ab? Wie viele der Jugendlichen haben im Rahmen des DSD einen B1-Nachweis erhalten und welche sonstigen Sprachniveaus nach europäischem Referenzrahmen wurden erreicht?

22.)Wie viele dieser Jugendlichen haben einen B1-Test über die Agentur für Arbeit abgelegt und wie viele haben auf diesem Weg einen B1-Nachweis erhalten?

23.)In welchem Umfang wurde die Möglichkeit nach §3 (2) AVBG-VO in Anspruch genommen, die Abschlussprüfung in der Herkunftssprache abzulegen? (Bitte nach Stadtgemeinden sowie gewählten Sprachen aufschlüsseln.)

24.)Wie viele Jugendliche, die das 2. Jahr im letzten Schuljahr ohne Schulabschluss
beendet haben, besuchen nun in diesem Jahr erneut den Kurs? (Bitte nach Stadtgemeinden aufschlüsseln.)

25.)Wie viele Jugendliche, die das 2. Jahr erfolgreich abgeschlossen haben, wurden nicht in weitere Klassen des schulischen Übergangssystems aufgenommen, weil sie das 18. Lebensjahr bereits vollendet haben, obwohl eine entsprechende Empfehlung für sie bestand?

26.)Liegen dem Senat Erkenntnisse über den Verbleib der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Anschluss an das 2. Jahr vor? Weiß der Senat beispielsweise, wie viele Jugendliche einen Ausbildungsplatz gefunden haben? Sind Jugendliche in eine Qualifizierungsmaßnahme der Jobcenter gewechselt? Wie viele der Jugendlichen werden derzeit von den Jobcentern als arbeitslos geführt? Bitte sowohl für den aktuellen Abschlussjahrgang angeben als auch für den Abschlussjahrgang 2016/17, falls sich für diesen gegenüber der letzten Abfrage neue Erkenntnisse ergeben haben.

Kristina Vogt und Fraktion DIE LINKE.<xml></xml>

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