3. August 2017

Gift in Eiern: Handel soll auf Gefährdung hinweisen, Gesundheitsamt muss auch Eiprodukte testen

„Es ist den Verbraucher*innen nicht zuzumuten, sich ausschließlich selbst im Internet kundig zu machen, welche Eier in ihrem Kühlschrank möglicherweise giftbelastet sind", so Claudia Bernhard, verbraucherschutzpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, anlässlich der Giftfunde in Eiern. „Der Handel muss im Laden und im Supermarkt auf den Vorfall hinweisen, den Kunden eine Überprüfung der Kennnummern im Laden anbieten, und belastete Eier selbstverständlich zurücknehmen und erstatten. Wir fordern vom Senat, darauf entsprechend hinzuwirken. Gleichzeitig muss der Senat durch das Gesundheitsamt Überprüfungen vornehmen, ob auch Geflügelfleisch und eierhaltige Lebensmittel betroffen sind." 

Millionen von Eiern, die Spuren des Giftes Fipronil enthalten, sind aus den Niederlanden in den Umlauf gekommen. Nach vorläufigem Kenntnisstand gelangten über 1 Million belastete Eier nach Deutschland, darunter Bremen. Auch einige deutsche Betriebe haben das Desinfektionsmittel verwendet, dem Fipronil beigemischt war. Selbst niederländische Bio-Eier sind teilweise betroffen. Fipronil ist ein Nervengift, das als Insektenvernichtungsmittel verwendet wird. Der Einsatz in der Nutztierhaltung ist verboten. Das Gift, das von den Tieren über Haut und Federn aufgenommen wird und so in Eier und Fleisch gelangt, ist schädlich vor allem für Nieren, Leber und Schilddrüse. Insbesondere Kinder dürfen keine damit belasteten Eier essen.

„Rewe und Penny haben niederländische Eier bis auf weiteres aus dem Regal genommen. Das ist ein positiver Schritt. Leider reicht er nicht aus, da nicht nur mit ‚NL' gekennzeichnete Eier Fipronil enthalten können", so Bernhard weiter. „Begrüßenswert ist, dass sich Betriebe in Deutschland selbst gemeldet haben, die das Desinfektionsmittel benutzt haben, in dem jetzt Fipronil gefunden wurde. Ob auch Geflügelfleisch, -wurst oder die vielen eierhaltigen Fertigprodukte das Gift enthalten, ist bislang nicht geklärt. Hier hat der Verbraucher derzeit keine Chance zu erkennen, ob sich im Produkt aktuell ein Risiko verbirgt. Daher müssen staatliche Stellen jetzt schnell handeln, Lieferketten überprüfen und Tests vornehmen. Verbraucherschutz ist keine Do-it-yourself-Angelegenheit."