9. Februar 2018

Kahlschlag bei Bosch in Huchting: Ein Konzern macht Kasse statt Zukunft

„Die angekündigte Streichung von 240 Stellen durch Bosch ist unverantwortlich. Sie wäre ein Schlag für die Belegschaft und für den Standort Huchting und ist durch die Unternehmensentwicklung nicht gerechtfertigt“, so Claudia Bernhard, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft. „Bosch hat gerade ein Rekordjahr hinter sich, mit einem dicken Umsatz-Plus und einer Milliarde mehr Gewinn als im Vorjahr. Aber statt zu investieren, wird Personalabbau betrieben. Zwei Drittel der Stammbelegschaft und womöglich zusätzlich 130 befristeten Beschäftigten kündigen zu wollen, um die Produktion nach Frankreich und Ungarn zu verlagern, ist nicht akzeptabel. Vermutlich wäre es der Einstieg in die völlige Auflösung des Bremer Werks. Wir erwarten, dass die Konzernleitung von diesen Plänen wieder abrückt.“

Bernhard: „Göttingen, Schwäbisch-Gmünd, Leinfelden: Der geplante Kahlschlag in Bremen reiht sich ein in eine ganze Liste von Stellenstreichungen, die Bosch letztes Jahr an verschiedenen deutschen Standorten vorgenommen hat. Immer wieder geht es um Verlagerungen nach Ungarn, wo das Bosch-Werk in Eger natürlich auf einem niedrigeren Tarifniveau produziert. Bosch lässt sich gerne als Weltmarktfirma hofieren von der Politik. Das Unternehmen sitzt mit dem Bundesland Bremen zusammen im Aufsichtsrat der Deutschen Gesellschaft für Künstliche Intelligenz, lässt sich in Stuttgart zum Diesel-Gipfel mit dem Ministerpräsidenten einladen, nimmt zusammen mit der Bundesregierung am Weltwirtschaftsforum teil, kassiert 300 Millionen Euro Bundes- und Landesmittel für seine neue Chipfabrik in Dresden. Unterm Strich zeigt sich aber das Bild eines Konzerns, der Kasse macht statt Zukunft und lieber Stellen streicht als investiert. Am Einstieg in die E-Mobilität zeigt Bosch bislang kein Interesse. Statt mit der Zukunft neuer Antriebsarten beschäftigt man sich mit Lohnkostensenkung durch Verlagerung. Wenn Bosch diese kurzsichtige Unternehmenspolitik weiter fährt, wird sich das Verhalten der Politik zu Bosch auch in anderen Fragen ändern müssen.“