17. Januar 2019

Bremer Senat muss Situation für Hebammen in der klinischen Geburtshilfe verbessern

Hebammen in der klinischen Geburtshilfe fordern seit längerem eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen und beklagen u.a. die deutliche Arbeitsverdichtung, fehlende Ruhepausen, häufige Vertretungsdienste, zu viele anfallende Tätigkeiten außerhalb ihres eigentlichen Arbeitsbereiches und eine Zusatzbelastung durch deutlich gestiegene Fallzahlen in den gynäkologisch-geburtshilflichen Ambulanzen. Zudem sind in Bremen laut Hebammenlandesverband derzeit 19 Stellen an den fünf Geburtskliniken unbesetzt.

„Angesichts dieser Situation ist es dringend geboten, Lösungen und Konzepte zu entwickeln, um Hebammen für die klinische Geburtshilfe zurückzugewinnen“, fordert die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der LINKEN in der Bremischen Bürgerschaft, Claudia Bernhard. „Dazu gehört mittel- und langfristig eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Hebammen durch u.a. familienfreundlichere und altersgerechtere Schichtmodelle, eine höhere Vergütung - besonders für Springerdienste und Mehrarbeit, die Einführung der international üblichen Eins-zu-eins-Betreuung von Gebärenden durch eine Hebamme, ein Ausbau der räumlichen Kapazitäten in der klinischen Geburtshilfe und mehr hebammengeleitete Kreißsäle, sowie die Einrichtung zusätzlicher geburtshilflicher Ambulanzen zur Entlastung der Geburtsstationen.“ 

Die Abgeordnete fordert den Bremer Senat auf, auch kurzfristige Maßnahmen zu ergreifen, um die dringend benötigten Fachkräfte für die Geburtshilfe zurückzugewinnen. „Ein erster Schritt wäre die Förderung und Finanzierung von Fortbildungsmodulen für Wiedereinsteigerinnen in die Geburtshilfe, wie sie beispielsweise vom Deutschen Hebammenverband angeboten werden. Hebammen, die sich eine Rückkehr in die klinische Geburtshilfe vorstellen, können auf diesem Weg notwendige Fachkompetenzen wiederauffrischen und sich mit eventuell veränderten Arbeitsstrukturen im klinischen Setting vertraut machen. Für die Durchführung der Module müssten Kooperationen mit Geburtskliniken etabliert werden.“

DIE LINKE hat einen Antrag eingereicht, mit dem der Senat unter anderem aufgefordert werden soll, ein Konzept zur Durchführung und Finanzierung für ein Modellprojekt zu erarbeiten, welches Wiedereinstiegsmodule in die Geburtshilfe für Hebammen an einer oder mehreren kooperierenden Geburtskliniken im Land Bremen beinhaltet und die Bereitstellung, der dafür notwendigen Landesmittel. Ferner fordert die Linksfraktion die Einrichtung von hebammengeleiteten Kreißsälen in allen Bremer Geburtskliniken zu fördern und auf den Geburtsstationen der kommunalen Kliniken zeitnah umzusetzen.

In Verbindung stehende Artikel: